Diese Webseite verwendet Cookies. So können wir Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis bieten. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Kryotherapie

Die Kryochirurgie (Kryotherapie; Vereisung) beinhaltet die gezielte Vereisung von benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Hautveränderungen und wird als physikalisch-destruierende Methode bezeichnet.

Die Folge des rapiden Temperatursturzes ist eine sogenannte Kryonekrose bzw. Kryodestruktion, die einen Untergang bzw. eine Zerstörung des erkrankten Gewebes bedeutet. Auf diese Weise können sowohl harmlose Warzen als auch gefährliche Hauttumoren behandelt werden.

Das Verfahren

Die lokale Vereisung von erkranktem Gewebe erfolgt durch eine Abkühlung unter -40 C°. Um diese Temperatur zu erreichen, wird in der Regel flüssiger Stickstoff verwendet, der seinen Siedepunkt bei -195,8 C° hat. Dabei werden zwei Anwendungsformen unterschieden:

Offenes Sprayverfahren:

  • Der flüssige Stickstoff wird direkt aus geringer Entfernung auf die Läsion gesprüht. Dies ermöglicht ein schnelles, tiefenwirksames Ergebnis und erreicht eine Tiefe von 12 mm.

Kontaktverfahren:

  • Eine vorgekühlter Metallstempel oder eine mit flüssigem Stickstoff durchströmte Sonde werden direkt auf die Läsion aufgesetzt. Die Auswahlmöglichkeit verschiedener Sonden garantiert eine schonende Vereisung umschriebener Läsionen und erreicht eine Tiefe von ca. 4 mm.

Die Wirkung der Vereisung ist durch eine Vielzahl an Vorgängen gekennzeichnet, die eine Zellzerstörung zur Folge haben. Tumorzellen sind besonders kälteempfindlich, da sie einen hohen Wassergehalt haben.

Folgende Mechanismen führen zu einer Kryonekrose (Gewebsuntergang durch Kälte):

  • Phospholipiddenaturierung der Zellmembran – Die Zellmembran besteht aus speziellen Fetten, die bei einer Vereisung ihre Struktur verändern, sodass die Membran zerstört wird.
  • Mechanische Schädigung der Zellmembran durch die Bildung von Eiskristallen, besonders bei der Rekristallisation während des Auftauvorgangs
  • Mechanische Schädigung der Zellorganellen (z. B. Mitochondrien)
  • Entstehung toxischer (giftiger) Konzentrationen intrazellulärer (innerhalb der Zelle befindlicher) Elektrolyte
  • Stillstand der Stoffwechselprozesse

Der Erfolg des Verfahrens ist von der erreichten Temperatur, der Geschwindigkeit, der Abkühlung und von dem Auftauvorgang abhängig. Optimal ist einer Abkühlungsgeschwindigkeit von 100 Kelvin/min und ein spontaner Auftauprozess von weniger als 10 Kelvin/min.

Der Therapieerfolg kann durch wiederholte Anwendung der lokalen Vereisung verbessert werden (vor allem bei gutartigen Erkrankungen). Die Vereisungsdauer liegt bei 10-60 Sekunden und ist von der Hautveränderung, ihrer Größe, der Lokalisation und der Vereisungsmethode abhängig.

Der kryochirurgische Eingriff wird im Normalfall ambulant durchgeführt, allerdings können Einzelfälle einen stationären Aufenthalt erfordern (z. B. bei Behandlungen am Augenlid oder an den Fingern).

Vor der Behandlung wird in der Regel eine Stanzbiopsie (Gewebeprobe, die durch eine Stanze entnommen wird) mit nachfolgender histologischer Sicherung (Betrachtung einer Gewebeprobe mittels Mikroskop) durchgeführt, um z. B. die Diagnose einer bösartigen Hautveränderung zu bestätigen.

Meist ist keine Lokalanästhesie erforderlich, da nach einem ersten stechenden Schmerz eine Kälteanästhesie (Schmerzunempfindlichkeit durch die Kälte) eintritt.

Eine lokale Vereisung wird durchgeführt bei:

  • Aktinische Keratosen
  • Angiokeratome
  • Cheilitis actinica
  • Erythroplasie Queyrat
  • Fibrome
  • Granuloma anulare
  • Hypertrophe Narben
  • Kutane Melanommetastasen
  • Lentigines/Lentigo maligna
  • Leishmaniase
  • Leukoplakie
  • Lippenrandangiome
  • Lupus erythematodes
  • Naevus teleangiectaticus
  • Necrobiosis lipoidica
  • Prurigo nodularis
  • Pseudolymphome
  • Säuglingshämangiome
  • Seborrhoische Keratosen (Seborrhoische Warze, Alterswarze, Verruca seborrhoica)
  • Senile Angiome
  • Verrucae vulgares

Ihr Nutzen

Die Kryochirurgie leistet vor allem in der Dermatologie einen wertvollen Beitrag zu den Therapiemöglichkeiten benigner und maligner Hautveränderungen. Sie ist vielseitig und sehr wirksam. Gerne beantworten wir Ihnen jede Ihrer Fragen rund um das Thema "Kryotherapie / Vereisung".

Unser oberstes Ziel ist, die effektivste und effizienteste Lösung zu finden, die Ihnen hilft.

Wir behandeln Sie so, wie wir es für uns wünschen!

Ihre Dr. Lissette Gerke & ihr Praxisteam aus Düsseldorf/Erkrath